Gastgeber sein
Haltung & Gastgeberrolle
Service ist das, was man tut: Teller tragen, Wein einschenken, kassieren. Hospitality ist, wie sich der Gast dabei fühlt. Technik lässt sich in Wochen lernen, die Haltung dahinter entscheidet, ob ein Gast wiederkommt.
- Der Gast ist Gast, nicht Kunde. Er kommt in unser Haus, wir kümmern uns um ihn, wie wir es bei uns zuhause tun würden.
- Gastfreundschaft ist aktiv. Gute Gastgeber reagieren nicht nur auf Wünsche, sie bemerken sie, bevor der Gast danach fragen muss.
- Jeder Kontakt zählt. Begrüßung, Wasser nachschenken, Verabschiedung: Der Gesamteindruck entsteht aus vielen kleinen Momenten, nicht aus einem großen.
Was gute Gastgeber auszeichnet
Aufmerksamkeit
Den Raum lesen: Wer sucht Blickkontakt, wessen Glas ist leer, welcher Tisch wartet auf die Rechnung? Den Blick regelmäßig über die ganze Station schweifen lassen, nicht nur auf den Tisch, an dem man gerade steht.
Echtes Interesse
Gäste merken, ob eine Frage ernst gemeint ist. Wer nach dem Anlass fragt, sollte die Antwort im Kopf behalten und im Lauf des Abends wieder aufgreifen.
Verlässlichkeit
Was zugesagt ist, wird gehalten. „Ich frage in der Küche nach“ heißt: nachfragen und mit einer Antwort zurückkommen, auch wenn sie unbequem ist.
Gelassenheit
Auch wenn die Küche hängt und drei Tische gleichzeitig winken: Ruhe am Gast, Tempo hinter den Kulissen. Hektik überträgt sich sofort auf den Raum.
Takt
Nähe und Distanz passend wählen. Ein Geschäftsessen braucht Diskretion, eine Geburtstagsrunde darf Humor vertragen. Im Zweifel einen Tick förmlicher.
Fachwissen
Wer Karte, Zutaten, Allergene und Getränke kennt, kann frei beraten statt abzulesen. Sicherheit im Wissen schafft Sicherheit im Auftreten.
Die Perspektive des Gastes
Ein Restaurantbesuch beginnt nicht am Tisch. Er beginnt bei der Suche im Netz, beim Telefonat, am Eingang. Die Gästereise hilft, jeden Berührungspunkt bewusst zu gestalten:
- VorherReservierung, Webseite, Anfahrt. Freundlicher Ton am Telefon, klare Bestätigung, Allergien und Anlässe schon hier notieren.
- AnkommenInnerhalb weniger Sekunden wahrgenommen werden, auch wenn gerade niemand Zeit hat. Ein Blick und „Ich bin gleich bei Ihnen“ genügt.
- Platz nehmenGarderobe anbieten, zum Tisch begleiten, Stuhl anbieten, Karte und Wasser zügig bringen.
- ErlebenBeratung, Bestellung, Speisen und Getränke im richtigen Tempo, unaufdringliche Präsenz.
- AbschließenRechnung ohne langes Warten, korrekt und verständlich, Dank und Verabschiedung an der Tür.
- NachherBewertungen lesen und beantworten, Stammgast-Notizen pflegen, Feedback ins Team tragen.
Unterschiedliche Gäste, gleiche Wertschätzung
- Familien mit Kindern: Kinderstuhl und Malzeug ohne Nachfrage anbieten, Kinderteller zuerst servieren, Gläser und heiße Speisen außer Reichweite abstellen.
- Gäste mit Behinderung: Direkt die Person ansprechen, nicht die Begleitung. Hilfe anbieten, nicht aufdrängen. Barrierefreien Weg und WC kennen. Assistenzhunde haben Zutritt, auch wo sonst keine Hunde erlaubt sind.
- Gäste, die allein essen: Einen guten Platz geben, nicht den am Durchgang. Gerne etwas mehr Gespräch anbieten, wenn es gewünscht ist.
- Internationale Gäste: Langsam und klar sprechen, Karte in Englisch bereithalten, auf kulturelle Unterschiede achten (Trinkgeld, Tempo, Ansprache).
- Stammgäste: Namen und Vorlieben kennen, aber nicht vertraulicher werden, als der Gast es möchte.
Kommunikation am Gast
Rund die Hälfte dessen, was beim Gast ankommt, ist nicht das gesprochene Wort, sondern Haltung, Blick, Tempo und Stimme. Wer sich das bewusst macht, kann auch an einem vollen Abend freundlich und klar wirken.
Körpersprache
- Blickkontakt: beim Begrüßen, beim Aufnehmen der Bestellung und beim Servieren kurz in die Augen sehen. Am Tisch alle Gäste einbeziehen, nicht nur die Person, die bestellt.
- Haltung: aufrecht, offen, Hände sichtbar. Nicht auf Tische oder Stuhllehnen stützen, Arme nicht verschränken, Hände nicht in den Taschen.
- Position: seitlich am Tisch stehen, leicht zugewandt, nicht über die Gäste beugen. Bei längeren Gesprächen auf Augenhöhe gehen, etwa bei Kindern oder Gästen im Rollstuhl.
- Lächeln: echt und passend. Ein Dauerlächeln wirkt aufgesetzt, ein ernstes Gesicht bei einer Beschwerde ist angemessener.
- Tempo: zügig gehen, nicht rennen. Im Gastraum nie hetzen, auch wenn hinter der Tür Hochbetrieb ist.
Sprache
Im deutschsprachigen Raum ist das Sie die Standardanrede. Das Du nur, wenn das Haus es als Konzept pflegt oder der Gast es anbietet. In Österreich sind Titel üblich und werden gern gehört: „Frau Doktor“, „Herr Magister“, wenn bekannt.
Aktiv zuhören
- Ausreden lassen: nicht unterbrechen, auch wenn man die Antwort schon kennt.
- Zusammenfassen: „Also die Ente ohne Sellerie und den Salat als Vorspeise für beide.“ Das verhindert Fehler und zeigt, dass zugehört wurde.
- Nachfragen: offene Fragen („Was mögen Sie lieber, eher kräftig oder frisch?“) bringen mehr als geschlossene („Möchten Sie Rotwein?“).
Telefon & Reservierung
- MeldenBetriebsname, eigener Vorname, Gruß. „Guten Abend, Restaurant Linde, Sie sprechen mit Lena.“
- ErfassenDatum, Uhrzeit, Personenzahl, Name, Telefonnummer, besondere Wünsche (Anlass, Allergien, Kinderstuhl, Barrierefreiheit).
- Wiederholenalle Daten einmal zurücklesen.
- Hinweise gebenwie lange der Tisch gehalten wird, Hundeerlaubnis, Parkmöglichkeit.
- AbschlussDank und Name des Gastes: „Wir freuen uns auf Sie, Frau Berger.“
Reservierungsdaten sind personenbezogene Daten nach DSGVO. Nur erfassen, was gebraucht wird, nicht offen herumliegen lassen und nach angemessener Frist löschen. Allergie- oder Gesundheitsangaben sind besonders sensibel: nur mit Einwilligung notieren und nur für den Besuch verwenden.
Empfehlen & Verkaufen
Gutes Verkaufen fühlt sich für den Gast wie Beratung an. Wer eine Empfehlung ausspricht, weil er das Produkt kennt und mag, verkauft mehr als jemand, der nur „Noch etwas?“ fragt.
Beraten
- Konkrete Empfehlung mit Begründung: „Zum Zander passt der Grüne Veltliner aus dem Kamptal, der hat genau die Frische, die der Beurre blanc braucht.“
- Zwei Optionen anbieten statt einer Ja-Nein-Frage.
- Sinnliche Sprache: knusprig, hausgemacht, frisch vom Markt.
Drängen
- Immer das Teuerste vorschlagen.
- Mehrmals nachfragen, obwohl der Gast abgelehnt hat.
- Wasser oder Brot automatisch bringen und verrechnen, ohne zu fragen.
Die besten Momente für eine Empfehlung
- Aperitif: direkt nach dem Platznehmen, solange der Gast noch die Karte liest. Ein Hausaperitif oder ein Glas Sekt sind einfache Einstiege.
- Wein zum Essen: nach der Speisenbestellung, mit Bezug auf die gewählten Gerichte. Glasweise Empfehlungen nehmen Hemmschwellen.
- Zweite Runde: wenn ein Glas zu einem Drittel gefüllt ist, nicht erst, wenn es leer ist.
- Dessert und Kaffee: mit der Dessertkarte direkt am Tisch, nicht als Frage im Vorbeigehen. Ein geteiltes Dessert mit zwei Löffeln ist oft der einfachste Abschluss.
- Digestif: zusammen mit dem Kaffee anbieten.
Vor jedem Service die Tagesempfehlungen probieren und drei Sätze dazu parat haben: was es ist, was es besonders macht, wozu es passt. Das gilt für Speisen genauso wie für Getränke.
Beschwerdemanagement
Eine Beschwerde ist ein Geschenk: Der Gast gibt uns die Chance, etwas richtig zu machen, statt einfach nicht wiederzukommen. Gäste, deren Problem gut gelöst wurde, sind oft treuer als Gäste, bei denen nie etwas schiefging.
Fünf Schritte am Tisch: HÖREN
| Schritt | Was passiert | Beispiel |
|---|---|---|
| H · Hinhören | Ausreden lassen, nicht verteidigen, nicht unterbrechen. Ruhig bleiben, auch bei lautem Ton. | Nicken, Blickkontakt, Notiz machen. |
| Ö · Öffnen | Verständnis zeigen und danken. Das ist kein Schuldeingeständnis, sondern Wertschätzung. | „Danke, dass Sie mir das sagen. Das ist ärgerlich.“ |
| R · Rückfragen | Klären, worum es genau geht und was sich der Gast wünscht. | „Ist das Fleisch zu durch, oder schmeckt es Ihnen insgesamt nicht?“ |
| E · Erledigen | Eine konkrete Lösung anbieten, am besten mit Wahlmöglichkeit, und sofort umsetzen. | „Ich lasse Ihnen ein neues zubereiten, oder möchten Sie lieber etwas anderes?“ |
| N · Nachfassen | Später zurückkommen und fragen, ob jetzt alles passt. Intern dokumentieren und ans Team weitergeben. | „Ist das neue Steak so, wie Sie es mögen?“ |
Was eine Beschwerde schlimmer macht
- Rechtfertigungen („Die Küche ist heute unterbesetzt.“) oder Schuld zuweisen.
- Diskutieren, ob der Gast recht hat. Geschmack ist nicht verhandelbar, Wahrnehmung auch nicht.
- Die Lösung von der Rechnung abhängig machen oder sie unauffällig vergessen.
- Mit Kolleginnen über den Gast reden, wo andere Gäste zuhören können.
Wiedergutmachung mit Augenmaß
| Anlass | Angemessene Reaktion |
|---|---|
| Kleiner Fehler | Entschuldigen und sofort korrigieren, etwa falsches Getränk, vergessenes Besteck. Keine Kompensation nötig. |
| Spürbarer Mangel | Gericht neu zubereiten oder tauschen, Position von der Rechnung nehmen, eventuell ein Getränk aufs Haus. |
| Abend beeinträchtigt | Leitung holt sich ein, Teil der Rechnung oder Dessert und Digestif aufs Haus, Einladung für einen nächsten Besuch. |
| Gesundheitsfrage | Bei Verdacht auf allergische Reaktion oder Unwohlsein: Gast zuerst, Hilfe organisieren, Notruf wenn nötig. Danach Rückstellprobe sichern, Vorfall dokumentieren, Leitung informieren. |
- Innerhalb weniger Tage antworten, sachlich und persönlich, nie im Affekt.
- Danken, konkret auf den Punkt eingehen, Lösung oder Änderung nennen, zum Gespräch einladen.
- Keine Gästedaten oder Details zur Reservierung öffentlich nennen.
Team & Auftreten
Ein Service ist so gut wie seine schwächste Station. Gäste sehen keine Zuständigkeiten, sie sehen ein Haus.
Erscheinungsbild
- Kleidung: sauber, gebügelt, passend zum Haus. Geschlossene, rutschfeste Schuhe.
- Hände: gepflegt, Nägel kurz und ohne Lack bei Arbeiten mit offenen Lebensmitteln. Keine Ringe mit Steinen und keine Armbanduhren, wo mit Lebensmitteln gearbeitet wird.
- Haare: lange Haare zusammengebunden.
- Duft: dezent. Starkes Parfum stört bei Wein und Essen.
- Handy: nicht im Gastraum benutzen.
Zusammenarbeit
- Vor dem Service: Briefing. Reservierungen, große Tische, Allergien, Tagesgerichte, Ausverkauftes, Ziele des Abends. Fünf bis zehn Minuten reichen.
- Stationen: Jede Person kennt ihre Tische, hilft aber über die Grenze hinaus. Volle Hände in beide Richtungen: nie leer in die Küche, nie leer zurück.
- Küche und Service: klare Ansagen am Pass, Bons sauber geschrieben oder getippt, Sonderwünsche eindeutig. Rückmeldung, wenn ein Tisch noch Zeit braucht.
- Nach dem Service: kurzes Debriefing. Was lief gut, was nicht, was nehmen wir morgen mit.
- Ton im Team: respektvoll, auch unter Stress. Kritik unter vier Augen, Lob gern vor allen.
- „Hinter dir“ / „Achtung heiß“: wer hinter jemandem vorbeigeht oder Heißes trägt
- „Tisch 12 abrufen“: der nächste Gang für Tisch 12 kann zubereitet werden
- „Ich brauche Hände“: am Pass werden Kolleginnen zum Tragen gebraucht
- „Rinderfilet ist aus“: Gericht sofort im Kassensystem sperren und allen sagen
Quiz: Gastgeber sein
5 Fragen zu Teil A, direkt auswerten.
Restaurant
Mise en place
Mise en place heißt „alles an seinem Platz“. Was vor dem Service vorbereitet ist, muss während des Service nicht gesucht werden. Ein guter Abend wird am Nachmittag gemacht.
Gastraum
- Tische gerade, wackelfrei, Stühle bündig
- Tischwäsche oder Sets sauber und glatt
- Gedecke vollständig nach Reservierungsplan
- Menagen, Salz und Pfeffer gefüllt und sauber
- Licht, Musik, Temperatur, Lüftung eingestellt
- Boden, Fenster, Türgriffe, Toiletten kontrolliert
Servicestation (Office)
- Besteck poliert und nach Sorten sortiert
- Gläser poliert, kopfüber oder im Korb
- Teller vorgewärmt (Hauptgang) und gekühlt (Vorspeise, Dessert)
- Servietten, Untertassen, Brotkörbe, Unterteller
- Servierbretter, Tabletts, Handservietten (Serviertücher)
- Bonblock, Stift, Kassengerät geladen
Getränke & Theke
- Kühlschränke aufgefüllt, Weißwein und Schaumwein temperiert
- Offene Weine geprüft und datiert
- Zitronen, Garnituren, Eis vorbereitet
- Kaffeemaschine gespült, Mühle eingestellt, Testbezug
- Schankanlage gespült, Bierprobe gezapft
Wissen
- Tagesgerichte, Ausverkauftes, Empfehlungen
- Reservierungen: Anlässe, Stammgäste, Allergien
- Allergenmappe aktuell und griffbereit
- Stationsplan und Pausenplan
Pro Gast im Laufe des Abends etwa 1,5 Gedecke an Besteck und 2 bis 3 Gläser einplanen. So muss während des Service nicht nachpoliert werden. Die ausführliche Liste zum Abhaken steht in F1 Checklisten.
Eindecken
Ein Gedeck folgt einer einfachen Logik: Der Gast arbeitet sich von außen nach innen. Was zuerst gebraucht wird, liegt am weitesten außen.
Grundregeln
- Gedeckbreite: rund 60 bis 70 cm pro Person, bei mehrgängigen Menüs bis 80 cm.
- Abstand zur Tischkante: Besteck und Platzteller etwa 1 bis 2 cm (eine Daumenbreite) von der Kante.
- Rechts: Messer (Schneide zum Teller) und Löffel. Links: Gabeln. Oberhalb: Dessertbesteck.
- Dessertbesteck: Löffel oben mit Griff nach rechts, Gabel darunter mit Griff nach links. So greift jede Hand ihr Besteck.
- Brotteller: links oberhalb der Gabeln, Buttermesser rechts auf dem Teller, Schneide nach links.
- Richtglas: Das Glas zum Hauptgang steht über der Spitze des Hauptgangmessers. Weitere Gläser schräg rechts davor (zuerst benutzt) oder links dahinter (Wasser).
- Höchstens drei Besteckteile pro Seite. Bei mehr Gängen wird nachgedeckt (Couvert nachlegen).
- Anfassen: Besteck am Griff, Gläser am Stiel oder unten am Kelch, Teller am Rand. Nie dorthin greifen, wo der Gast isst oder trinkt.
Gedeckarten
| Gedeck | Bestandteile | Einsatz |
|---|---|---|
| Grundgedeck | Großes Messer, große Gabel, Serviette, ein Glas | À-la-carte-Start, wird nach der Bestellung ergänzt oder getauscht |
| Erweitertes Gedeck | Grundgedeck plus Brotteller mit Buttermesser, Wasserglas, Dessertbesteck | Gehobenes À-la-carte |
| Menügedeck | Komplettes Besteck für alle Gänge, Gläser nach Weinbegleitung | Bankett, festes Menü, Degustation |
| Frühstücksgedeck | Mittelteller, Messer, Gabel, Kaffeegedeck rechts, Kaffeelöffel | Hotel, Brunch |
Nachdecken & Umdecken
- Nach der Bestellung das Gedeck an die gewählten Gerichte anpassen: Fischbesteck, Steakmesser, Suppenlöffel. Was nicht gebraucht wird, abräumen.
- Besteck auf einem Teller mit Serviette oder auf einem kleinen Tablett bringen, nicht in der Hand.
- Von rechts eindecken, was rechts liegt, und von links, was links liegt, ohne über den Gast zu greifen.
- Vor dem Dessert Brotteller, Menagen und Krümel entfernen (abservieren und abbröseln mit Tischbürste oder Krümelschaufel).
Servietten & Tischwäsche
- Tischtuchüberhang rundum gleich, etwa 25 bis 30 cm. Bügelfalte (Kniff) zeigt nach oben und läuft parallel zur Tischkante beziehungsweise zur Tür.
- Moltons unter dem Tischtuch dämpfen Geräusche und schonen die Platte.
- Servietten einfach falten: Tafelspitz oder Rechteck wirken modern, kunstvolle Formen bedeuten viel Handkontakt und sind hygienisch schlechter.
Servierregeln & Tragetechnik
Die klassischen Regeln haben einen praktischen Grund: Der Gast soll nicht gestört werden, der Service soll nicht über Arme und Gläser greifen. Moderne Häuser legen sie lockerer aus, die Logik bleibt.
| Was | Von welcher Seite | Warum |
|---|---|---|
| Teller einsetzen (Tellerservice) | von rechts, mit der rechten Hand | Bewegung im Uhrzeigersinn, Arm nicht vor dem Gast |
| Abräumen (ausheben) | von rechts | Gleiche Laufrichtung wie beim Einsetzen |
| Vorlegen (Plattenservice) | von links, Platte auf der linken Hand | Vorlegebesteck in der rechten Hand, Platte nah am Teller |
| Anbieten zum Selbstnehmen | von links | Der Gast nimmt mit der rechten Hand |
| Getränke einschenken und einsetzen | von rechts | Gläser stehen rechts |
| Brot und Butter | von links | Brotteller steht links |
| Saucen nachreichen | von links oder nach Hausregel | Sauciere mit Unterteller, Löffel bereitlegen |
Reihenfolge am Tisch
- Ehrengast zuerst (Geburtstagskind, Jubilar), dann Damen, dann Herren, Gastgeber zuletzt. Kinder bekommen ihr Essen oft zuerst, wenn die Eltern zustimmen.
- Im Uhrzeigersinn arbeiten, möglichst ohne Gäste mehrfach zu umrunden.
- An großen Tischen alle Teller eines Gangs gleichzeitig einsetzen, mit mehreren Personen (Teller „auf Kommando“).
- Platznummern verwenden: Platz 1 ist meist der Stuhl, der dem Eingang oder der Station am nächsten ist, dann im Uhrzeigersinn. So muss nie gefragt werden, wer was bekommt.
Abräumen
- Klassisch wird abgeräumt, wenn alle Gäste eines Tisches fertig sind. Heute ist es üblich, einzelnen Gästen auf Wunsch früher abzuräumen, vor allem bei langen Pausen.
- Besteckstellung lesen: Messer und Gabel parallel auf etwa „20 nach 4“ heißt fertig, gekreuzt oder auseinander heißt Pause.
- Abräumen leise, ohne Teller am Tisch zu stapeln oder Reste vor den Gästen abzukratzen. Erst im Office sortieren.
Tragetechnik
Zwei Teller
Erster Teller zwischen Daumen und Zeigefinger, Mittelfinger stützt von unten. Zweiter Teller liegt auf Handballen und Unterarm, unter dem ersten. Daumen nie auf die Tellerfläche.
Drei Teller
Dritter Teller in der rechten Hand. Eingesetzt wird zuerst aus der rechten Hand, dann von der linken in die rechte übergeben. Erst mit vollen, leichten Tellern üben.
Abräumen mit Untergriff
Erster Teller als „Arbeitsteller“, Besteck darauf sammeln und mit dem Daumen fixieren, Reste auf den unteren Teller. So passen vier bis sechs Teller in eine Hand.
Tablett
Auf der flachen linken Hand, nah am Körper, Schwerpunkt in der Mitte. Hohe und schwere Gläser in die Mitte, beim Abstellen von außen nach innen entnehmen.
Heiße Teller mit Serviertuch tragen und den Gast warnen („Vorsicht, der Teller ist heiß“). Lieber zweimal gehen als einmal etwas fallen lassen.
Ablauf eines Services
Jeder Service folgt einem Rhythmus. Wer die Schritte kennt und die Zeiten im Blick hat, kann sich auf den Gast konzentrieren, statt nachzudenken, was als Nächstes kommt.
- Empfang & BegrüßungGast innerhalb von Sekunden wahrnehmen, freundlich begrüßen, Reservierung prüfen, Garderobe abnehmen.
- PlatzierenZum Tisch begleiten, Stühle anbieten, Damen und ältere Gäste zuerst. Gästewunsch geht vor Plan, wenn möglich.
- Karte & AperitifKarten aufgeschlagen von rechts reichen, Tagesempfehlungen nennen, Aperitif und Wasser anbieten. Ziel: innerhalb von 2 bis 3 Minuten nach dem Platznehmen.
- Bestellung aufnehmenMit Platznummern notieren, Sonderwünsche und Allergien direkt erfassen und wiederholen, Garstufen und Beilagen klären. Bon sofort in die Küche.
- Getränke & WeinGetränke kommen vor dem ersten Gang. Wein präsentieren, öffnen, probieren lassen (siehe B6).
- Brot & Gruß aus der KücheAmuse-Bouche oder Brot überbrücken die Wartezeit auf die Vorspeise.
- Gänge servierenGericht beim Einsetzen kurz benennen. Wenn alle haben: „Guten Appetit“. Gänge abrufen, wenn der Tisch bereit ist.
- Check-backNach zwei Bissen oder zwei Minuten nachfragen, ob alles passt. Bei Problemen sofort handeln (siehe A4).
- Nachschenken & BegleitenWasser und Wein im Blick, leere Gläser und Flaschen nachfragen, nicht ungefragt neue Flasche öffnen.
- Abräumen & DessertAbräumen, abbröseln, Dessertkarte reichen, Kaffee und Digestif anbieten.
- RechnungRechnung bringen, wenn der Gast danach fragt oder signalisiert. In Mappe oder auf Teller, beim Gastgeber ablegen. Getrennte Rechnungen ohne Seufzer.
- VerabschiedungGarderobe reichen, danken, zur Tür begleiten oder mindestens nachblicken. Der letzte Eindruck bleibt.
| Zeitpunkt | Richtwert |
|---|---|
| Begrüßung nach Eintreten | sofort, spätestens nach 30 Sekunden Blickkontakt |
| Karte und Wasser am Tisch | 2 bis 3 Minuten |
| Getränke nach Bestellung | 3 bis 5 Minuten |
| Vorspeise nach Bestellung | 10 bis 15 Minuten |
| Pause zwischen Gängen | 8 bis 12 Minuten nach dem Abräumen, je nach Tisch |
| Rechnung nach Anfrage | 2 bis 3 Minuten |
Servierarten
| Art | So funktioniert es | Passt zu |
|---|---|---|
| Tellerservice (amerikanischer Service) | Speisen fertig angerichtet aus der Küche, von rechts eingesetzt | Fast alle Restaurants, Bankett |
| Plattenservice (französischer Service) | Speisen auf Platten, Servicekraft legt von links vor | Klassisches Bankett, gehobene Gastronomie |
| Guéridon-Service (russischer Service) | Fertigstellen am Beistelltisch: Tranchieren, Filetieren, Flambieren | Show-Elemente, ganze Fische, Chateaubriand |
| Family Style / Sharing | Platten und Schüsseln in die Tischmitte, Gäste bedienen sich | Gruppen, lockere Konzepte |
| Buffet | Gäste holen sich Speisen selbst, Service räumt ab und betreut Getränke | Große Gruppen, Frühstück, Events |
Getränkeservice
Getränke sind oft der erste Kontakt zum Gast und ein großer Teil des Umsatzes. Sauber temperiert, im richtigen Glas und ohne Wartezeit gehören sie zu den einfachsten Wegen, einen Abend gut beginnen zu lassen.
Grundregeln
- Getränke von rechts einsetzen, Glas am Stiel oder unteren Drittel fassen.
- Flaschen (Wasser, Softdrinks, Bier) am Tisch öffnen oder geöffnet bringen und Etikett zum Gast zeigen.
- Logo am Glas zeigt zum Gast. Untersetzer unter Bier- und Softdrinkgläser, nicht unter Stielgläser.
- Kein Glas mit Flecken, Lippenstiftresten oder angeschlagenem Rand rausgeben. Gegen Licht prüfen.
Bier
- Glas: sauber, fettfrei und kalt nachgespült. Fett zerstört den Schaum.
- Zapfen: Glas schräg unter den Hahn, ohne den Hahn einzutauchen. Zügig füllen, dann aufrichten und mit einer Schaumkrone abschließen. Bei Pils in zwei bis drei Etappen, bei vielen Lagerbieren in einem Zug.
- Schaumkrone: fest und feinporig, etwa zwei bis drei Finger hoch, Füllstrich muss nach dem Absetzen erreicht sein.
- Flaschenbier: Glas schräg halten, langsam einschenken, bei Weißbier die Hefe am Ende aufschwenken.
- Schankanlage: Leitungen regelmäßig nach Herstellervorgabe reinigen lassen, Reinigung dokumentieren. CO₂-Flaschen gesichert lagern (siehe E5).
ATÜbliche Biermaße
- Pfiff 0,2 l
- Seidl 0,3 l
- Krügerl 0,5 l
DEÜbliche Biermaße
- 0,2 / 0,3 / 0,4 l für Pils und Kölsch (Kölsch 0,2 l in der Stange)
- 0,5 l für Helles, Weißbier, Export
- Maß 1 l in Bayern
Kaffee
- Crema haselnussbraun, fein, geschlossen. Zu hell und dünn: zu grob gemahlen oder zu wenig Mehl. Zu dunkel und fleckig: zu fein, Durchlauf zu lang.
- Tassen vorgewärmt, Henkel nach rechts, Löffel rechts auf der Untertasse parallel zum Henkel.
- Zum Kaffee ein Glas Wasser servieren. In Österreich ist das Tradition und wird erwartet.
| Bezeichnung | Was es ist |
|---|---|
| Kleiner Schwarzer | Einfacher Mokka (Espresso), schwarz |
| Großer Schwarzer | Doppelter Mokka in größerer Tasse |
| Kleiner / Großer Brauner | Einfacher oder doppelter Mokka mit etwas Obers (Sahne) separat oder dazu |
| Verlängerter | Mokka mit heißem Wasser verlängert, Milch auf Wunsch |
| Melange | Mokka mit heißer Milch und Milchschaum, in Wien der Standard |
| Einspänner | Doppelter Mokka im Glas mit Schlagobers |
| Franziskaner | Melange mit Schlagobers statt Milchschaum |
| Kapuziner | Mokka mit einem Schuss Obers, farblich wie eine Kapuzinerkutte |
Tee
| Sorte | Wasser | Ziehzeit |
|---|---|---|
| Schwarztee | 95–100 °C | 3–5 min |
| Grüntee | 70–80 °C | 1–3 min |
| Weißer Tee | 70–80 °C | 2–4 min |
| Oolong | 85–95 °C | 2–4 min |
| Kräuter- und Früchtetee | 100 °C | 5–10 min |
Tee mit Kanne oder Glas heißem Wasser, Teebeutel oder Sieb separat auf Untertasse, Ablageschale für den gebrauchten Beutel, Zitrone und Milch nach Wunsch.
Wasser & alkoholfreie Getränke
- Leitungswasser ist in Österreich und Deutschland Trinkwasserqualität. Ob und zu welchem Preis es angeboten wird, entscheidet der Betrieb. Wichtig ist, dass es klar kommuniziert ist.
- Alkoholfreie Begleitung wird immer wichtiger: hausgemachte Limonaden, Säfte, alkoholfreie Weine und Schaumweine, Tee-Infusionen. Mit derselben Sorgfalt beraten wie bei Wein.
- Erfrischungsgetränke eiskalt, aber Eis und Zitrone nur auf Nachfrage oder nach Hausstandard.
Weinservice
Der Weinservice ist ein kleines Ritual mit klarem Zweck: Der Gast soll den richtigen Wein in einwandfreiem Zustand bei der richtigen Temperatur bekommen. Alles Weitere über Herkunft, Stilistik und Verkostung steht im Wein-Skript Vom Rebstock zum Glas.
Flaschenservice Schritt für Schritt
- VorbereitenPassende Gläser eindecken, Kellnermesser, Serviertuch, bei Weißwein Kühler mit Wasser und Eis, bei Bedarf Dekanter.
- PräsentierenFlasche von rechts dem Besteller zeigen, Etikett zum Gast. Weingut, Wein und Jahrgang nennen. Jahrgang prüfen lassen, er muss mit der Karte übereinstimmen.
- Kapsel schneidenUnterhalb des Wulsts schneiden, ohne die Flasche zu drehen. Flaschenhals mit dem Tuch abwischen.
- EntkorkenSpindel mittig ansetzen, gerade eindrehen, ohne den Korken zu durchstechen. In zwei Hebelstufen ziehen, das letzte Stück mit der Hand lösen, möglichst geräuscharm.
- Korken prüfenKurz daran riechen, Zustand ansehen und auf einem Unterteller rechts beim Besteller ablegen.
- ProbierschluckEtwa 2 bis 3 cl dem Besteller einschenken. Er prüft, ob der Wein fehlerfrei ist, nicht ob er ihm schmeckt.
- EinschenkenNach Zustimmung im Uhrzeigersinn: Damen, Herren, Besteller zuletzt. Gläser höchstens zu einem Drittel füllen, bei Rotwein in großen Gläsern noch weniger.
- AbstellenRotwein rechts vom Gastgeber auf Untersetzer, Weiß- und Schaumwein im Kühler oder Weinkühler mit Tuch.
- Flasche mit der rechten Hand am Bauch, Etikett zum Gast, Öffnung knapp über dem Glas, nie aufsetzen.
- Zum Abschluss die Flasche leicht nach rechts drehen und anheben, damit kein Tropfen läuft. Hals mit dem Tuch abtupfen.
- Richtwert für die erste Runde: etwa 0,1 l pro Glas. Bei sechs Gästen reicht eine 0,75-l-Flasche für eine Runde.
Trinktemperaturen
| Stil | Temperatur | Beispiele |
|---|---|---|
| Schaumwein | 6–8 °C | Sekt, Crémant, Champagner, Prosecco |
| Leichter, aromatischer Weißwein | 8–10 °C | Grüner Veltliner Klassik, Riesling trocken, Sauvignon Blanc |
| Kräftiger Weißwein, Rosé | 10–13 °C | Chardonnay mit Holz, Weißburgunder Reserve, Riesling Smaragd |
| Leichter Rotwein | 13–16 °C | Zweigelt, Pinot Noir, Trollinger |
| Kräftiger Rotwein | 16–18 °C | Blaufränkisch Reserve, Cabernet, Syrah |
| Süßwein | 8–12 °C | Beerenauslese, Ausbruch, Eiswein |
Im Glas erwärmt sich Wein schnell um zwei bis drei Grad. Lieber etwas kühler servieren. „Zimmertemperatur“ für Rotwein stammt aus einer Zeit ohne Zentralheizung.
Schaumwein öffnen
- Folie entfernenFlasche gut gekühlt und ruhig, nie geschüttelt.
- Daumen auf den KorkenAb dem Lösen des Drahtkörbchens bleibt der Daumen auf dem Korken. Der Korken steht unter rund 6 bar Druck.
- Schräg haltenFlasche im Winkel von etwa 45 Grad, Öffnung nie auf Menschen oder Lampen richten.
- Flasche drehen, nicht den KorkenKorken mit Körbchen festhalten, Flasche langsam drehen, bis der Korken mit einem leisen Zischen kommt. Ein Knall bedeutet verlorene Kohlensäure.
- In zwei Etappen einschenkenErst wenig, Mousse absetzen lassen, dann auffüllen.
Dekantieren & Karaffieren
Dekantieren
Gereiften Rotwein oder Portwein vom Depot trennen. Flasche vorher aufrecht stehen lassen, über einer Lichtquelle langsam umfüllen und stoppen, sobald Depot in den Hals läuft.
Karaffieren
Junge, verschlossene Weine belüften, damit sie sich öffnen. Zügig in die Karaffe gießen. Auch kräftige Weißweine profitieren davon.
Wenn der Wein einen Fehler hat
- Korkschmecker (TCA): muffig, nasser Karton, Keller. Ohne Diskussion austauschen.
- Oxidation: bräunliche Farbe, Sherry- oder Apfelnoten bei jungen Weinen. Austauschen und Lagerung prüfen.
- Gefällt nicht: kein Fehler. Je nach Hauspolitik eine Alternative empfehlen. Den Wein glasweise weiterzuverwenden ist oft die eleganteste Lösung.
Geöffnete Flaschen mit Datum versehen, verschlossen und kühl lagern, Weißwein ebenso wie Rotwein. Mit Inertgas oder Vakuum halten die meisten Weine 2 bis 4 Tage, ohne Schutz oft nur 1 bis 2. Vor dem Ausschank jeden offenen Wein kurz probieren.
Allergene im Service
Für Gäste mit Allergien kann eine falsche Auskunft lebensgefährlich sein. Im Service gilt deshalb: lieber einmal zu oft in der Küche nachfragen als einmal zu wenig.
Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) nennt in Anhang II 14 Hauptallergene, über die Gäste auch bei unverpackten Speisen informiert werden müssen. In Österreich werden sie häufig mit Buchstabencodes gekennzeichnet:
Die Buchstaben folgen der österreichischen Codex-Empfehlung. In Deutschland sind Ziffern, Buchstaben oder Klartext üblich, entscheidend ist eine eindeutige Legende. Rechtliche Details stehen in E4.
Ablauf bei einem Allergie-Hinweis
- Ernst nehmenNicht bewerten, ob es eine „echte“ Allergie oder eine Vorliebe ist. Nachfragen, wie empfindlich der Gast ist, etwa ob schon Spuren problematisch sind.
- Nachsehen, nicht ratenAllergenliste oder Rezeptur prüfen. Wenn unklar: in der Küche fragen und mit verlässlicher Antwort zurückkommen.
- Deutlich weitergebenAllergie auf dem Bon klar markieren, zusätzlich mündlich an die Küche. Platznummer angeben.
- Getrennt behandelnTeller separat tragen, nicht über andere Teller reichen, eigene Sauciere, eigenes Brot.
- Beim Einsetzen bestätigen„Das ist Ihr Gericht ohne Nüsse.“ Auch bei Folgegängen und Getränken (Garnitur, Likör, Sirup) daran denken.
Formulierungen wie „garantiert glutenfrei“ oder „völlig nussfrei“ vermeiden, wenn in derselben Küche damit gearbeitet wird. Besser: „Das Gericht enthält keine Nüsse als Zutat. In unserer Küche werden aber Nüsse verarbeitet, Spuren können wir nicht ausschließen.“
- Warnzeichen: Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen, Atemnot, Nesselausschlag, Übelkeit, Kreislaufprobleme.
- Sofort Notruf: 112 (in AT und DE), in Österreich auch 144 (Rettung).
- Gast nicht allein lassen. Hat er ein Notfallset (Adrenalin-Autoinjektor), bei der Anwendung unterstützen. Bei Atemnot sitzend lagern, bei Kreislaufproblemen liegend mit erhöhten Beinen.
- Danach: Speise sichern, Zutaten notieren, Leitung informieren, Vorfall dokumentieren.
Allergie, Unverträglichkeit, Ernährungsweise
| Begriff | Was dahintersteckt | Was das im Service bedeutet |
|---|---|---|
| Lebensmittelallergie | Reaktion des Immunsystems, schon kleinste Mengen können reichen | Höchste Sorgfalt, auch Kreuzkontakt vermeiden |
| Zöliakie | Autoimmunerkrankung, ausgelöst durch Gluten | Wie eine Allergie behandeln, eigene Fritteuse und Bretter |
| Unverträglichkeit | z. B. Laktose, Fruktose, Histamin. Beschwerden meist dosisabhängig | Zutaten klar benennen, Menge kann eine Rolle spielen |
| Vegetarisch | kein Fleisch, kein Fisch | Auch an Fonds, Gelatine, Sardellen, Speck denken |
| Vegan | keine tierischen Produkte | Zusätzlich Ei, Milch, Honig, Butter und manche Weine (Schönung) beachten |
| Religiöse Speisevorschriften | z. B. kein Schweinefleisch, kein Alkohol | Auch an Gelatine, Schmalz, Weinsaucen und flambierte Desserts denken |
Quiz: Restaurant
6 Fragen zu Teil B, direkt auswerten.
Bar
Ausstattung & Arbeitsplatz
Eine gute Bar ist ein Arbeitsplatz, an dem jeder Handgriff sitzt. Alles, was oft gebraucht wird, liegt in Armlänge, alles hat seinen festen Platz. So bleibt der Blick beim Gast.
Werkzeug
| Werkzeug | Wofür |
|---|---|
| Jigger (Messbecher) | Genaues Abmessen, meist 2/4 cl oder 3/5 cl. Nicht schätzen, sondern messen: Rezepte bleiben gleich, Kalkulation stimmt. |
| Boston Shaker | Zweiteiliger Shaker aus Metall (oder Metall und Glas), schnell und robust für Volumen |
| Cobbler Shaker | Dreiteilig mit integriertem Sieb, gut für Einsteiger und kleine Mengen |
| Rührglas & Barlöffel | Für gerührte Drinks. Der lange Barlöffel misst auch etwa 5 ml (1 Barlöffel) |
| Hawthorne Strainer | Sieb mit Feder für den Shaker |
| Julep Strainer | Lochsieb für das Rührglas |
| Fine Strainer | Feines Teesieb zum doppelten Abseihen (Eissplitter, Fruchtfasern) |
| Muddler (Stößel) | Früchte, Kräuter und Zucker im Glas andrücken |
| Ausgießer (Pourer) | Gleichmäßiger Fluss aus der Flasche, mit Staubkappe hygienischer |
| Zester, Sparschäler, Messer, Brett | Zesten und Garnituren frisch schneiden |
| Eisschaufel, Eiszange | Eis nie mit dem Glas oder der Hand schöpfen |
Aufbau der Station
- Speed Rail vorne an der Station: die meistgenutzten Spirituosen (Hausmarken) in fester Reihenfolge.
- Back Bar: Premium- und seltene Spirituosen, gut sichtbar für den Gast. Etiketten nach vorn, Flaschen abgestaubt.
- Eisbehälter in der Mitte, Shaker und Jigger daneben, Spüle und Abtropffläche griffbereit.
- Mise en place: frisch gepresste Säfte (Limette, Zitrone, täglich frisch, gekühlt), Zuckersirup, Garnituren abgedeckt im Kühlbereich, Kräuter in feuchtem Tuch.
- Gläser vorgekühlt für Drinks ohne Eis (Martini, Daiquiri), sauber poliert für alles andere.
Eis ist eine Zutat
Klares, hartes, trockenes Eis kühlt, ohne zu schnell zu verwässern. Eis aus dem Bereich, wo Lebensmittel lagern, hat Fremdgeschmack. Eisbereiter regelmäßig reinigen. Eis ist ein Lebensmittel und fällt unter die Hygieneregeln.
Glaswaren
Tumbler (Old Fashioned) für Drinks auf Eis, Highball für Longdrinks, Coupette oder Martiniglas für Drinks ohne Eis, Weinglas für Spritz, Kupferbecher für Mule.
Zuckersirup selbst machen
Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 (leichter) oder 2:1 (reichhaltiger) lösen, abfüllen, beschriften, datieren und gekühlt lagern.
Techniken
Jede Technik hat ein Ziel: kühlen, verdünnen, vermischen und manchmal belüften. Welche man wählt, hängt von den Zutaten ab.
| Technik | Wie | Wann |
|---|---|---|
| Shaken | Zutaten mit reichlich Eis 10 bis 15 Sekunden kräftig schütteln, abseihen | Drinks mit Saft, Sirup, Ei, Sahne: Sours, Daiquiri, Margarita |
| Dry Shake | Erst ohne Eis schütteln, dann mit Eis | Drinks mit Eiweiß oder Aquafaba für feinen Schaum |
| Rühren (Stir) | Im Rührglas mit Eis 20 bis 30 Sekunden gleichmäßig rühren, abseihen | Nur klare Zutaten: Martini, Manhattan, Negroni |
| Build | Direkt im Glas auf Eis aufbauen, kurz anrühren | Longdrinks, Highballs, Spritz |
| Muddeln | Früchte oder Kräuter mit Zucker im Glas andrücken | Mojito, Caipirinha. Minze nur sanft drücken, nicht zerreiben, sonst wird sie bitter |
| Throwing | Drink zwischen zwei Gefäßen in langem Strahl hin und her gießen | Belüftung ohne viel Verdünnung, z. B. bei Drinks mit Tomatensaft |
| Layering | Zutaten über den Barlöffel in Schichten gießen, schwerste zuerst | Schichtdrinks, Kaffee-Kreationen |
| Blenden | Im Mixer mit Crushed Ice | Frozen Drinks |
| Double Strain | Durch Hawthorne und Fine Strainer gleichzeitig abseihen | Geschüttelte Drinks ohne Eis im Glas |
Garnieren
- Zeste: Schale über dem Drink knicken, damit die ätherischen Öle auf die Oberfläche sprühen, dann über den Glasrand streichen.
- Garnitur soll zum Drink passen und essbar oder sinnvoll sein. Weniger ist mehr.
- Hygiene: Garnituren mit Zange oder Handschuh anfassen, abgedeckt kühl lagern, am Ende des Tages verwerfen.
Arbeitsweise
- Reihenfolge: Zuerst die günstigen Zutaten (Saft, Sirup), dann die Spirituose. Bei Fehlern geht weniger verloren.
- Eis zuletzt in den Shaker, direkt vor dem Schütteln.
- Mehrere Drinks parallel: Gläser in einer Reihe aufstellen, alle Zutaten nacheinander ausgießen, dann gemeinsam shaken oder rühren.
- Probieren mit Strohhalm oder Löffel, nie aus dem Shaker.
- Sauber arbeiten: Station während des Service ständig trocken und aufgeräumt halten.
Klassiker
Wer diese Drinks beherrscht, kann die meisten Bestellungen erfüllen und eigene Varianten ableiten. Die Mengen orientieren sich an gängigen internationalen Standardrezepten und lassen sich an das Haus anpassen.
Negroni
- 3 clGin
- 3 clBitterlikör (Campari-Stil)
- 3 clroter Wermut
Auf Eis rühren, auf frisches Eis abseihen, Orangenzeste.
Old Fashioned
- 4,5 clBourbon oder Rye Whiskey
- 1Zuckerwürfel oder 0,5 cl Sirup
- 2–3Spritzer Angostura Bitters
- wenigWasser
Zucker mit Bitters und Wasser lösen, Whiskey und Eis dazu, lange rühren. Orangenzeste.
Dry Martini
- 6 clGin
- 1 cltrockener Wermut
Eiskalt rühren, abseihen. Olive oder Zitronenzeste. Je weniger Wermut, desto „trockener“.
Manhattan
- 5 clRye Whiskey
- 2 clroter Wermut
- 1Spritzer Angostura Bitters
Rühren, abseihen, Cocktailkirsche.
Daiquiri
- 6 clweißer Rum
- 2 clLimettensaft
- 1,5 clZuckersirup
Kräftig shaken, double strain. Der Test für jede Bar: Balance aus Süße und Säure.
Margarita
- 5 clTequila (100 % Agave)
- 2 clOrangenlikör (Triple Sec)
- 1,5 clLimettensaft
Shaken, abseihen. Salzrand nur halb, damit der Gast wählen kann.
Whiskey Sour
- 4,5 clBourbon
- 2,5 clZitronensaft
- 2 clZuckersirup
- opt.Eiweiß (Allergen C) oder Aquafaba
Mit Eiweiß erst dry shaken, dann auf Eis. Zitronenzeste oder Kirsche.
Mojito
- 4,5 clweißer Rum
- 2 clLimettensaft
- 2 TLRohrzucker
- 6–8Minzblätter
- RestSoda
Minze, Zucker und Limette sanft andrücken, Rum, Crushed Ice, mit Soda auffüllen, Minzzweig.
Moscow Mule
- 4,5 clWodka
- 1 clLimettensaft
- 12 clGinger Beer
Auf Eis bauen, Limettenscheibe, eventuell Gurke oder Minze.
Spritz Aperitivo
- 9 clProsecco
- 6 clAperitivo-Bitter (orange)
- SchussSoda
Erst Prosecco, dann Bitter, dann Soda auf Eis. Orangenscheibe.
Hugo
- 2 clHolunderblütensirup
- 12 clProsecco oder Sekt
- SchussSoda
- 2–3Minzblätter, Limettenspalte
Im Alpenraum der Sommerklassiker. Minze leicht anklatschen statt muddeln.
Gin & Tonic
- 4 clGin
- 15–20 clTonic Water (chininhaltig)
Glas voll mit Eis, Gin, Tonic am Barlöffel entlang eingießen, damit die Kohlensäure bleibt. Garnitur passend zum Gin.
Espresso Martini
- 5 clWodka
- 3 clKaffeelikör
- 3 clfrischer Espresso
- opt.1 cl Zuckersirup
Sehr kräftig shaken für dichten Schaum, abseihen, drei Kaffeebohnen.
Americano
- 3 clBitterlikör (Campari-Stil)
- 3 clroter Wermut
- RestSoda
Leichter Aperitif, Vorläufer des Negroni. Orangenscheibe.
Bloody Mary
- 4,5 clWodka
- 9 clTomatensaft
- 1,5 clZitronensaft
- nach GustoWorcestershire (Allergen D), Tabasco, Selleriesalz (Allergen L), Pfeffer
Zwischen zwei Gefäßen rollen statt schütteln, Selleriestange.
Alkoholfrei: Ginger Sour
- 4 clfrischer Apfelsaft
- 2,5 clZitronensaft
- 2 clIngwersirup
- TopSoda
Shaken, auf Eis abseihen, mit Soda auffüllen. Alkoholfreie Drinks mit derselben Sorgfalt bauen und gleich schön präsentieren.
Eiweiß (C), Milch und Sahne (G), Nusslikör (H), Worcestershiresauce (D), Selleriesalz (L) und Sulfite in Wein und Schaumwein (O) gehören in die Allergeninformation der Getränkekarte. Tonic Water und Bitter Lemon sind in Deutschland als „chininhaltig“ zu kennzeichnen, koffeinreiche Getränke mit Warnhinweis (siehe E4).
Ausschank & Maße
Genaues Ausschenken ist Fairness gegenüber dem Gast und Grundlage jeder Kalkulation. Wer nach Gefühl einschenkt, verschenkt Marge oder betrügt den Gast, oft beides an einem Abend.
Gängige Ausschankmengen
| Getränk | ATüblich | DEüblich |
|---|---|---|
| Wein offen | 1/8 l (Achtel), 1/4 l (Viertel) | 0,1 l, 0,15 l, 0,2 l |
| Gespritzter / Weinschorle | 0,25 l oder 0,5 l, je zur Hälfte Wein und Soda | 0,25 l oder 0,5 l |
| Schaumwein | 0,1 l | 0,1 l |
| Spirituose pur | 2 cl oder 4 cl | 2 cl oder 4 cl |
| Longdrink | 4 cl Spirituose + Filler | 4 cl Spirituose + Filler |
| Digestif, Edelbrand | 2 cl | 2 cl |
| Wasser, Softdrink | 0,25 l, 0,33 l, 0,5 l | 0,2 l, 0,3 l, 0,4 l |
Ausbeute pro Flasche
- Schankgefäße müssen bei Ausschank nach Volumen einen Füllstrich mit Volumenangabe haben. Bei Bier zählt die Flüssigkeit bis zum Strich, der Schaum kommt darüber.
- Spirituosen werden mit Jigger oder Dosierer gemessen, nie frei geschätzt.
- Preisverzeichnis nennt die Ausschankmenge zu jedem offenen Getränk.
- Schwund (Bruch, Fehlbedienung, Verkostung, Personalgetränke) wird erfasst. Eine Inventur pro Woche oder Monat zeigt, ob Ausschank und Verkauf zusammenpassen.
DENach § 6 Gaststättengesetz muss bei Ausschank alkoholischer Getränke mindestens ein alkoholfreies Getränk angeboten werden, das (umgerechnet auf den Liter) nicht teurer ist als das billigste alkoholische Getränk. Mehrere Bundesländer haben eigene Gaststättengesetze mit vergleichbaren Regeln.
Jugendschutz & verantwortungsvoller Ausschank
Jugendschutz ist keine Formsache. Wer Alkohol ausschenkt, trägt Verantwortung, und die Betreiberin oder der Betreiber haftet für Verstöße des Personals.
ATÖsterreich
- Unter 16: kein Alkohol, auch kein Bier und Wein.
- 16 bis 18: Bier, Wein, Sekt erlaubt. Keine Spirituosen und keine Mischgetränke mit Spirituosen (Alkopops, Longdrinks), in allen Bundesländern einheitlich.
- Tabak und Nikotin (auch E-Zigarette, Shisha) erst ab 18.
- Ausgehzeiten: unter 14 Jahren von 5 bis 23 Uhr, von 14 bis 16 Jahren von 5 bis 1 Uhr, ab 16 ohne Beschränkung. In Oberösterreich endet die Zeit jeweils eine Stunde früher.
- Jugendschutz ist Landesrecht. Einzelheiten wie Aushänge können je Bundesland abweichen.
DEDeutschland
- Unter 16: kein Alkohol. Noch erlaubt ist Bier, Wein und Sekt ab 14 in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person (begleitetes Trinken), siehe Hinweis unten.
- 16 bis 18: Bier, Wein, Sekt erlaubt. Keine Spirituosen und keine spirituosenhaltigen Getränke.
- Rauchen, E-Zigarette, Shisha erst ab 18.
- Aufenthalt in Gaststätten: unter 16 nur mit Begleitung oder zwischen 5 und 23 Uhr für eine Mahlzeit oder ein Getränk. Ab 16 ohne Begleitung bis 24 Uhr.
- Grundlage ist das bundesweite Jugendschutzgesetz (JuSchG), Auszüge müssen gut sichtbar aushängen.
Die Bundesregierung hat im August 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen, der das begleitete Trinken für 14- und 15-Jährige abschafft. Stand Oktober 2026 läuft das parlamentarische Verfahren noch. Empfehlung für die Praxis: schon jetzt keinen Alkohol an unter 16-Jährige ausschenken, auch nicht in Begleitung der Eltern.
Alterskontrolle in der Praxis
- Im Zweifel fragen. Faustregel vieler Betriebe: Wer jünger als 25 wirkt, zeigt einen Ausweis.
- Gültige amtliche Lichtbildausweise akzeptieren (Personalausweis, Reisepass, Führerschein, in AT auch Jugendkarten der Länder). Geburtsdatum rechnen, nicht schätzen.
- Ablehnung freundlich und bestimmt: „Ich darf Ihnen leider keinen Longdrink verkaufen, ich kann Ihnen aber gern …“
- Weitergabe beobachten: Wenn Ältere für Jüngere bestellen, den Ausschank verweigern.
- Bei Events: Altersbändchen oder Stempel am Einlass, Personal am Ausschank informieren.
Verantwortungsvoller Ausschank
- Erkennbar Betrunkene bekommen keinen Alkohol mehr. In Deutschland ist das ausdrücklich verboten (§ 20 Gaststättengesetz bzw. die Gaststättengesetze der Länder), in Österreich gebietet es die Sorgfaltspflicht.
- Signale: lallende Sprache, unsicherer Gang, lauter werdend, verschütten, aggressives Verhalten.
- Deeskalieren: ruhig bleiben, unter vier Augen sprechen, Wasser und etwas zu essen anbieten, Taxi rufen. Nicht vor der Gruppe bloßstellen.
- Hilfe holen: Kollegin, Leitung oder Security einbeziehen, bevor eine Situation kippt. Bei Gefahr Polizei (133 in AT, 110 in DE).
- Getränke-Sicherheit: Auf Hinweise zu K.-o.-Tropfen achten. Gäste, die plötzlich stark benommen wirken, nicht allein lassen, Rettung rufen.
Quiz: Bar
5 Fragen zu Teil C, direkt auswerten.
Veranstaltungen
Formate & Bankett
Bei Veranstaltungen ist alles planbar und alles gleichzeitig: 120 Teller, die in vier Minuten am Platz sein müssen, Reden, die länger dauern, und eine Küche, die auf das Zeichen wartet. Der Schlüssel ist Vorbereitung.
| Format | Charakter | Service | Fläche pro Gast |
|---|---|---|---|
| Gesetztes Bankett | Feste Plätze, Menü in Gängen, oft mit Reden | Tellerservice auf Kommando, hoher Personalbedarf | 1,3–1,8 m² |
| Buffet mit Sitzplätzen | Freie Wahl, lockerer, Gäste bewegen sich | Buffetpflege, Abräumen, Getränke am Tisch | 1,4–1,8 m² |
| Stehempfang | Kurz, kommunikativ, Fingerfood und Getränke | Herumreichen (Passed Service), Bar | 0,7–1,0 m² |
| Flying Dinner | Vollwertiges Essen in kleinen Portionen, stehend oder an Stehtischen | Viele Runden mit Schälchen und Löffeln | 1,0–1,2 m² |
| Seminar mit Verpflegung | Kaffeepausen, Mittagessen, Tagungsgetränke | Zeitfenster sind fix, Pausen müssen schnell laufen | je nach Bestuhlung |
Die Flächenwerte sind Erfahrungswerte für den Gastbereich ohne Bühne, Bar, Buffet und Tanzfläche. Maßgeblich ist immer die genehmigte Personenzahl des Raumes laut Behörde und Fluchtwegplan.
Tafelformen
Maße für die Planung
- Gedeckbreite 60 bis 70 cm, beim Gala-Menü bis 80 cm. Tischtiefe mindestens 80 cm bei beidseitiger Bestuhlung.
- Servicegang zwischen Stuhllehnen mindestens 1,0 bis 1,2 m, damit Servicekräfte mit Tellern und Gäste aneinander vorbeikommen.
- Fluchtwege immer frei, auch für Buffets, Stehtische und Equipment. Notausgänge nicht zustellen.
- Sitzplan mit Tischnummern und Platznummern, Menüwahl und Allergien pro Platz. Tischnummern so hoch, dass man sie im Raum sieht.
Bankettservice auf Kommando
- Reihen bildenJede Servicekraft betreut eine feste Gruppe von Plätzen. Am Pass stellen sich alle in der Reihenfolge ihrer Tische auf.
- Gleichzeitig einsetzenAuf das Zeichen der Bankettleitung werden alle Teller eines Tisches gleichzeitig eingesetzt, Ehrentisch zuerst.
- Gleichzeitig abräumenErst wenn der ganze Tisch fertig ist. Bei großen Banketts auf ein Signal der Leitung.
- GetränkerundenWein wird vor jedem Gang nachgeschenkt, Wasser laufend. Eine Person pro Bereich ist nur für Getränke zuständig.
- Reden und ProgrammWährend Reden kein Service, keine klappernden Teller. Die Küche wird über Verzögerungen sofort informiert.
Stehempfang & Flying Dinner
Beim Stehempfang kommen Speisen und Getränke zum Gast, nicht umgekehrt. Das Ziel: Niemand soll mit leerem Glas oder leeren Händen herumstehen, niemand soll von Tabletts verfolgt werden.
Mengen-Richtwerte
| Format | Fingerfood | Getränke |
|---|---|---|
| Empfang vor einem Essen (30–45 min) | 2–4 Stück p. P. | 1–2 Gläser p. P. |
| Empfang ohne Essen (1–2 h) | 6–10 Stück p. P. | 2–3 Gläser in der 1. Stunde, danach 1–2 je Stunde |
| Flying Dinner als Hauptmahlzeit | 12–18 Stück bzw. 6–8 Gänge à 60–80 g | wie Abendessen, ca. 0,5 l Wein p. P. |
- Mischung: rund zwei Drittel herzhaft, ein Drittel süß (bei längeren Formaten). Mindestens ein Drittel vegetarisch, mindestens eine vegane Option.
- Größe: Fingerfood muss in ein bis zwei Bissen gegessen werden können, ohne zu tropfen oder zu krümeln. Wer ein Glas hält, hat nur eine Hand frei.
- Getränke zur Begrüßung stehen bereit, wenn die ersten Gäste eintreffen. Schaumwein, ein alkoholfreier Aperitif und Wasser sind der Standard.
Herumreichen (Passed Service)
- Tablett: nicht überladen, Speisen in klaren Reihen, Servietten und Abwurfschale für Spieße und Löffel dabei.
- Ansprechen: sich kurz vorstellen und das Produkt in einem Satz nennen, Allergene auf Nachfrage sicher beantworten können (Kärtchen auf dem Tablett hilft).
- Laufwege: Servicekräfte teilen den Raum in Zonen, damit Ecken und Randbereiche nicht vergessen werden. In Gruppen nicht hineindrängen, sondern am Rand anbieten.
- Leerguttour: eine Person ist ständig mit leerem Tablett unterwegs und sammelt Gläser und Teller ein. Volle Stehtische wirken schnell unordentlich.
Etwa ein Stehtisch für 8 bis 10 Gäste, mit Husse oder Stretchbezug. Einige Sitzgelegenheiten für ältere Gäste oder Schwangere bereitstellen, auch wenn das Format „stehend“ heißt.
Catering & Logistik
Catering heißt: das Restaurant zieht für einen Abend um. Was im eigenen Haus selbstverständlich ist, Wasseranschluss, Kühlung, Strom, Spülküche, muss draußen organisiert werden.
Vorab-Besichtigung der Location
- Zufahrt & Anlieferung: Lade- und Parkmöglichkeit, Lift, Stufen, Wegstrecke, Zeitfenster für Auf- und Abbau.
- Strom: Anzahl und Absicherung der Steckdosen, Starkstrom für Kochgeräte und Kühlung. Ein Wärmeschrank braucht oft 2 bis 3 kW.
- Wasser & Abwasser: Trinkwasseranschluss, Handwaschmöglichkeit für das Personal, Ausguss.
- Kühlung: vorhandene Kühlräume oder Bedarf an Kühlanhänger, Kühltruhen, Eis.
- Back of House: abgetrennter Bereich zum Anrichten, Abstellen von Leergut, Spülen, Müll.
- Behördliches: Genehmigung des Veranstalters, Brandschutzauflagen (offene Flammen, Rechauds, Gas), Lärmschutz, Fluchtwege.
Kühlkette & Warmhalten unterwegs
- Kalte Speisen in Kühlboxen mit Kühlakkus oder Kühlfahrzeug transportieren, Temperatur bei Abfahrt und Ankunft messen und notieren.
- Warme Speisen heiß transportieren (Thermobox) oder vor Ort regenerieren. Heißhalten über längere Zeit vermeiden, Richtwerte in E3.
- Buffets mit Kühlplatten, Eisbetten oder Rechauds bestücken, kleine Mengen nachlegen statt große Schüsseln stundenlang stehen lassen. Nicht auf Restbestände nachfüllen, sondern Schüssel tauschen.
- Etikettieren: Gericht, Datum, Allergene und Zuordnung für jede Box.
Packliste (Auszug)
Service
- Geschirr, Besteck, Gläser mit 10 % Reserve
- Tischwäsche, Servietten, Hussen
- Tabletts, Serviertücher, Kellnermesser
- Kühler, Karaffen, Brotkörbe
- Menükarten, Tischnummern, Allergenkarten
Küche & Ausgabe
- Wärmeschränke, Rechauds, Brennpaste
- GN-Behälter mit Deckeln
- Anrichtebesteck, Zangen, Kellen
- Einstichthermometer, Temperaturliste
- Handschuhe, Folie, Küchenrolle
Hygiene & Sicherheit
- Handwaschstation oder Wasserkanister mit Seife, Einmalhandtücher
- Desinfektion, Reinigungsmittel, Lappen
- Müllsäcke, Leergutkisten
- Verbandkasten, Brandschutzdecke, Feuerlöscher
Organisation
- Ablaufplan, Raumplan, Kontaktliste
- Kabeltrommeln, Mehrfachstecker, Gaffa-Tape
- Kasse oder Abrechnungsliste, Wechselgeld
- Ersatzkleidung, Schürzen
Ablaufplanung
Herzstück jeder Veranstaltung ist ein schriftlicher Veranstaltungsablauf (Function Sheet). Er ist die eine Wahrheit für Küche, Service, Technik und Kunde. Was dort nicht steht, findet nicht statt.
Inhalt eines Function Sheets
| Bereich | Was hineingehört |
|---|---|
| Eckdaten | Veranstalter, Ansprechperson vor Ort mit Telefon, Anlass, Datum, Raum, Personenzahl (garantiert / erwartet), Rechnungsadresse |
| Zeitplan | Aufbau, Personal vor Ort, Briefing, Einlass, Empfang, Reden, Gänge, Programm, Ende Ausschank, Abbau |
| Speisen | Menü oder Buffet, Mengen, Sonderessen mit Platz- oder Namensbezug, Allergene, Kinderteller, Personalessen |
| Getränke | Pauschale oder nach Verbrauch, Weinauswahl, Bar ja/nein, Ende des Ausschanks, Korkgeld |
| Raum & Technik | Bestuhlung, Tischplan, Dekoration, Bühne, Mikrofon, Beamer, Musik, Garderobe |
| Personal | Anzahl je Bereich, Dienstzeiten, Verantwortliche, Dresscode |
| Sonstiges | Lieferanten (Floristik, Band, Fotograf), Anlieferzeiten, Parken, Rauchbereich, Sicherheit |
Eine Vorlage zum Ausdrucken steht in F2 Vorlagen.
Zeitplanung am Beispiel
| Zeit | Ablauf | Wer |
|---|---|---|
| 14:00 | Anlieferung Getränke und Equipment, Aufbau Tische | Aufbauteam, Leitung |
| 16:00 | Eindecken, Gläser polieren, Dekoration | Service |
| 17:30 | Personalessen | alle |
| 17:50 | Briefing: Ablauf, Stationen, Allergien, Menü probieren | Leitung, Küche, Service |
| 18:30 | Einlass, Empfang mit Schaumwein und Fingerfood | Service, Bar |
| 19:15 | Gäste nehmen Platz, Begrüßungsrede | Veranstalter |
| 19:30 | Vorspeise (Wein vorher eingeschenkt) | Service auf Kommando |
| 20:05 | Suppe oder Zwischengang | Service |
| 20:40 | Hauptgang, danach Programmpunkt | Service, Technik |
| 21:45 | Dessert, Kaffee, Digestif | Service, Bar |
| 22:00 | Barbetrieb, Musik | Bar |
| 00:30 | Letzte Runde, Ende Ausschank | Bar, Leitung |
| 01:00 | Abbau, Leergut, Endreinigung, Übergabe an Location | alle |
- Reden dauern fast immer länger als angekündigt. Gänge erst abrufen, wenn das Programm wirklich vorbei ist.
- Ein Gang für 80 Gäste braucht mit gutem Team etwa 8 bis 12 Minuten vom ersten bis zum letzten Teller.
- Die Endzahl der Gäste spätestens 72 Stunden vorher verbindlich bestätigen lassen (übliche Vertragsregel).
Briefing vor der Veranstaltung
- Anlass und GastgeberWer feiert was, wer ist wichtig, wer ist Ansprechperson.
- AblaufZeiten, Reden, Programmpunkte, Signal für die Gänge.
- MenüGerichte beschreiben und probieren, Allergene, Sonderessen mit Platz.
- GetränkeWas ist im Paket, was wird extra berechnet, wann endet der Ausschank.
- StationenWer betreut welche Tische, wer macht Getränke, wer Leergut.
- NotfälleErsthelfer, Feuerlöscher, Notausgänge, Leitung erreichbar unter …
Personal- & Mengenplanung
Wie viele Leute braucht ein Abend? Die Antwort hängt vom Format, vom Anspruch und vom Raum ab. Die folgenden Erfahrungswerte sind ein Startpunkt für die Kalkulation, kein Gesetz.
| Format | Service | Zusätzlich |
|---|---|---|
| Gesetztes Menü, gehobener Standard | 1 Servicekraft je 8–10 Gäste | 1 Weinservice je 30–40 Gäste, 1 Leitung |
| Gesetztes Menü, Standard | 1 Servicekraft je 12–15 Gäste | 1 Leitung je 80–100 Gäste |
| Buffet mit Sitzplätzen | 1 Servicekraft je 20–25 Gäste | Buffetbetreuung 1 je 50–75 Gäste |
| Stehempfang, Fingerfood | 1 Servicekraft je 20–30 Gäste | Bar 1 je 50–75 Gäste |
| Flying Dinner | 1 Servicekraft je 12–15 Gäste | Bar 1 je 50–75 Gäste |
Dazu kommen je nach Größe Spüle und Leergut (etwa 1 Person je 50 bis 75 Gäste), Garderobe und Auf- und Abbau. Bei Dienstplänen die Arbeitszeitgesetze beachten: In Österreich (AZG) wie in Deutschland (ArbZG) steht ab mehr als sechs Stunden Arbeit eine Pause von mindestens 30 Minuten zu, in Deutschland ab neun Stunden 45 Minuten. Kollektivvertrag beziehungsweise Tarifvertrag können weitere Regeln enthalten.
Getränke-Richtwerte pro Person
| Getränk | Empfang (1 h) | Abendessen (3–4 h) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Schaumwein | 1–2 Gläser | 1 Glas zum Empfang | 0,75 l ergibt 6–7 Gläser |
| Wein | 1 Glas | 0,4–0,6 l | Verhältnis Weiß zu Rot je nach Menü und Jahreszeit |
| Bier | je nach Publikum | 0,3–0,5 l | bei Sommerfesten deutlich mehr |
| Wasser | 0,2 l | 0,75–1 l | still und prickelnd etwa halb und halb |
| Softdrinks, Säfte | 0,1–0,2 l | 0,3 l | höher bei vielen Kindern oder Fahrern |
| Kaffee | — | 1 Tasse bei 70–80 % der Gäste | plus Tee-Auswahl |
Pro Gast und Getränkeart rund 1,5 Gläser einplanen, beim Stehempfang wegen abgestellter Gläser bis zu 2. Bei Geschirr und Besteck 10 % Reserve für Bruch und Nachdecken.
Quiz: Veranstaltungen
5 Fragen zu Teil D, direkt auswerten.
Hygiene & Recht
Dieser Teil fasst die wichtigsten Regeln für den Alltag zusammen, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine behördliche Auskunft. Verbindlich sind die aktuellen Gesetzestexte, die Leitlinien der Behörden und das eigene, betriebliche Hygienekonzept. Viele Regeln sind in Österreich Landessache und in Deutschland Sache der Bundesländer oder Kommunen.
HACCP in der Praxis
HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist ein System, mit dem ein Betrieb Gefahren für die Lebensmittelsicherheit erkennt und an den entscheidenden Punkten kontrolliert. Jeder Lebensmittelbetrieb in der EU muss danach arbeiten, auch die kleine Bar und das Catering.
EUGrundlage
- VO (EG) 178/2002 (Basisverordnung, Rückverfolgbarkeit)
- VO (EG) 852/2004 (Lebensmittelhygiene, Art. 5: HACCP)
- VO (EU) 1169/2011 (LMIV, Allergeninformation)
ATUmsetzung
- Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG)
- Hygieneleitlinien des Gesundheitsministeriums, u. a. für Personalschulung und Großküchen
- Kontrolle durch die Lebensmittelaufsicht der Länder
DEUmsetzung
- Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB), Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV)
- Infektionsschutzgesetz (IfSG §§ 42, 43)
- Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung der Kreise und Städte
Die sieben Grundsätze
- Gefahren analysierenBiologisch (Keime, Schimmel, Parasiten), chemisch (Reinigungsmittel, Allergene), physikalisch (Glas, Metall, Knochen).
- Kritische Kontrollpunkte (CCP) festlegenDie Stellen, an denen eine Gefahr sicher beherrscht werden muss, z. B. Durcherhitzen von Geflügel, Kühlen von Speisen, Heißhalten am Buffet.
- Grenzwerte festlegenMessbare Werte: Kerntemperatur, Kühltemperatur, Zeit.
- Überwachung festlegenWer misst wann womit, z. B. Kühlschränke zweimal täglich, Kerntemperatur bei jeder Charge.
- Korrekturmaßnahmen festlegenWas passiert bei Abweichung: weiter erhitzen, Ware verwerfen, Gerät reparieren lassen.
- ÜberprüfenRegelmäßig kontrollieren, ob das System funktioniert, und es bei neuen Gerichten oder Abläufen anpassen.
- DokumentierenMessprotokolle, Reinigungspläne, Schulungsnachweise, Lieferantenliste. Was nicht dokumentiert ist, gilt bei der Kontrolle als nicht gemacht.
Was im Service-Alltag dazugehört
- Wareneingang: Temperatur, Verpackung, Haltbarkeit prüfen, Lieferant und Datum notieren (Rückverfolgbarkeit: eine Stufe vor, eine Stufe nach dem Betrieb).
- Lagerung: First in, first out (FIFO) beziehungsweise first expired, first out. Angebrochenes mit Datum beschriften, Rohes unten, Verzehrfertiges oben.
- Temperaturkontrolle: Kühl- und Tiefkühlgeräte täglich prüfen und eintragen (Vorlage in F2).
- Reinigungsplan: was, wie, womit, wie oft, wer. Mit Unterschrift abhaken.
- Schädlingsmonitoring: Köderboxen oder Fallen kontrollieren, Befall sofort melden.
- Rückstellproben: In Großküchen und bei Veranstaltungen von jeder Speise eine Portion einfrieren und je nach Vorgabe ein bis drei Wochen aufbewahren (österreichische Leitlinie für Großküchen: 21 Tage). So lässt sich bei einer Erkrankung die Ursache klären.
Personal- & Betriebshygiene
Die häufigste Ursache für lebensmittelbedingte Erkrankungen sind Hände. Gute Hygiene ist deshalb vor allem eine Frage der Gewohnheit.
Händewaschen: wann
- Vor Arbeitsbeginn und nach jeder Pause
- Nach dem Toilettengang
- Nach Naseputzen, Husten, Niesen
- Nach dem Rauchen und Essen
- Nach Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch, Eiern
- Nach Abräumen und Müll
- Nach Kontakt mit Geld oder Handy
- Vor dem Anrichten verzehrfertiger Speisen
Wie: Hände nass machen, Flüssigseife mindestens 20 bis 30 Sekunden einreiben (Fingerzwischenräume, Daumen, Nägel), abspülen, mit Einmalhandtuch trocknen, Wasserhahn mit dem Tuch schließen. Bei Bedarf danach desinfizieren.
Krank arbeiten? Nein.
Wer mit Lebensmitteln arbeitet, darf bei bestimmten Krankheiten nicht arbeiten und muss das sofort der Leitung melden:
- Durchfall und/oder Erbrechen, auch wenn es „nur“ ein verdorbener Magen sein könnte
- Fieber mit Verdacht auf ansteckende Erkrankung, Gelbsucht
- Infizierte Wunden oder Hauterkrankungen an Händen, Armen, Gesicht, die Keime übertragen können
- Ausscheider bestimmter Erreger (z. B. Salmonellen, Noroviren), auch ohne Symptome
DEBelehrung nach § 43 IfSG
- Vor der ersten Tätigkeit mit Lebensmitteln: Erstbelehrung durch Gesundheitsamt oder beauftragte Stelle, Bescheinigung nicht älter als drei Monate.
- Nach Arbeitsbeginn belehrt der Arbeitgeber erneut und dann alle zwei Jahre, mit Dokumentation.
- Zusätzlich Hygieneschulung nach LMHV, regelmäßig.
ATSchulung und Belehrung
- Kein Gesundheitszeugnis nötig, aber Belehrung über Tätigkeitshindernisse bei Eintritt, mündlich und schriftlich.
- Hygieneschulung bei Eintritt, bei neuen Aufgaben und nach der Leitlinie für Personalschulung regelmäßig, in der Praxis mindestens einmal jährlich.
- Schulungsnachweise mit Datum, Inhalt, Vortragenden und Unterschriften mindestens drei Jahre aufbewahren.
Kreuzkontamination vermeiden
- Getrennte Bretter und Messer für Rohes und Verzehrfertiges, Farbsysteme helfen.
- Lappen häufig wechseln, Einwegtücher für Lebensmittelflächen, Waschgang bei 90 °C für Textilien.
- Gläser und Geschirr nur mit Gerät spülen, das die vorgeschriebene Temperatur erreicht (Spülmaschine regelmäßig warten). Gläser nicht mit Handtüchern auswischen, die auch für Tische benutzt werden.
- Eis nie mit dem Glas schöpfen: Glasbruch im Eis bedeutet, dass der gesamte Behälter geleert werden muss.
Temperaturen
Die meisten krankmachenden Keime vermehren sich am schnellsten zwischen etwa 10 und 50 °C. Kalte Speisen bleiben kalt, warme bleiben heiß, und der Weg dazwischen wird so kurz wie möglich gehalten.
| Lebensmittel / Vorgang | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Tiefkühlware, Speiseeis (Lager) | ≤ −18 °C | Speiseeis in der Ausgabevitrine etwa −12 °C. Aufgetautes nicht wieder einfrieren |
| Hackfleisch | ≤ +2 °C | EU-Vorgabe für die Herstellung, am Tag der Herstellung verarbeiten |
| Frischer Fisch | 0 bis +2 °C | Temperatur schmelzenden Eises |
| Geflügel, Fleischzubereitungen | ≤ +4 °C | |
| Frischfleisch | ≤ +7 °C | besser +2 bis +4 °C |
| Kühlschrank allgemein, Milchprodukte, Feinkost, Desserts mit Creme | ≤ +7 °C | Zielwert +4 °C (in österreichischen Leitfäden: 4 °C, maximal 6 °C) |
| Durcherhitzen (Kerntemperatur) | ≥ 72 °C, 2 min | in österreichischen Leitfäden ≥ 75 °C. Geflügel, Hack und Eierspeisen immer durcherhitzen |
| Heißhalten | ≥ 60 °C | an jeder Stelle der Speise (DE, DIN 10508). Österreichische Leitfäden nennen 70 bis 75 °C. Praxis-Empfehlung: ≥ 70 °C, höchstens 3 Stunden |
| Abkühlen | ≤ 2 h | von Garende auf Kühltemperatur (unter 7 °C, besser 4 °C) in flachen Behältern oder mit Schockkühler |
| Wiedererwärmen | ≥ 72–75 °C | nur einmal, zügig, Reste nicht zurück ins Heißhaltebuffet |
Einstichthermometer vor dem Einsatz reinigen und desinfizieren, im Kern des dicksten Stücks messen. Thermometer gelegentlich prüfen: In Eiswasser muss es 0 °C anzeigen.
Allergen- & Zusatzstoffkennzeichnung
Seit Ende 2014 müssen Gäste auch bei nicht vorverpackten Speisen und Getränken über die 14 Hauptallergene informiert werden (LMIV Art. 9 und 44, Anhang II). Österreich und Deutschland regeln die Form unterschiedlich.
ATAllergeninformationsverordnung
- Schriftlich: auf Karte, Aushang, Schild oder elektronisch. Buchstabencodes A bis R sind erlaubt, mit Legende in der Nähe unter der Überschrift „Allergeninformation gemäß Codex-Empfehlung“.
- Mündlich: zulässig, wenn ein gut sichtbarer Hinweis den Gast darauf aufmerksam macht, eine geschulte Person während der gesamten Öffnungszeit Auskunft geben kann und für jedes Gericht eine schriftliche Dokumentation der Allergene vorliegt.
- Schulung: zu Allergenen, Unverträglichkeiten und betrieblicher Umsetzung, mit Nachweis. Die Lebensmittelaufsicht prüft Unterlagen und Nachweise.
DELebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV)
- Schriftlich: auf Karte, Schild, Aushang oder in einer leicht zugänglichen Mappe bzw. elektronisch, mit deutlichem Hinweis. Ziffern- oder Buchstabencodes mit Legende sind üblich.
- Mündlich: zulässig, wenn ein Hinweis darauf deutlich sichtbar ist, die Auskunft vor dem Kauf erfolgt und eine schriftliche Dokumentation für Gäste und Behörde auf Verlangen zugänglich ist.
- Personal, das mündlich informiert, muss entsprechend geschult sein.
- Die Pflicht betrifft Allergene als Zutat. Unbeabsichtigte Spuren durch Kreuzkontakt sind nicht kennzeichnungspflichtig, aber im Gespräch ehrlich zu benennen.
- Aussagen wie „glutenfrei“ oder „laktosefrei“ sind Werbeaussagen mit strengen Grenzwerten (Gluten: höchstens 20 mg/kg). Nur verwenden, wenn der Betrieb das sicher gewährleisten kann.
Zusatzstoffe und weitere Pflichtangaben
In DE müssen bestimmte Zusatzstoffe auch bei loser Ware kenntlich gemacht werden (Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung, LMZDV). In AT sind einzelne Hinweise ebenfalls immer schriftlich nötig, etwa zu Aspartam und Polyolen. Die wichtigsten Angaben:
| Stoff | Pflichtangabe | Typisch in |
|---|---|---|
| Farbstoffe | „mit Farbstoff“ | Cocktailkirschen, Sirupe, Liköre, Softdrinks |
| Konservierungsstoffe | „mit Konservierungsstoff“ oder „konserviert“ | Feinkostsalate, Saucen, manche Sirupe |
| Antioxidationsmittel | „mit Antioxidationsmittel“ | Fertigsaucen, Trockenprodukte |
| Geschmacksverstärker | „mit Geschmacksverstärker“ | Brühen, Würzmischungen |
| Nitritpökelsalz | „mit Nitritpökelsalz“ | Schinken, Wurst, Leberkäse |
| Phosphat | „mit Phosphat“ | Brühwurst, Schmelzkäse |
| Süßungsmittel | „mit Süßungsmittel(n)“ | Light-Getränke |
| Aspartam | „enthält eine Phenylalaninquelle“ | Light-Getränke, Desserts |
| Eisensalze bei Oliven | „geschwärzt“ | Schwarze Oliven |
| Überzugsmittel | „gewachst“ | Zitrusfrüchte für Zesten und Garnituren |
| Chinin | „chininhaltig“ | Tonic Water, Bitter Lemon |
| Koffein (über 150 mg/l) | „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ plus mg/100 ml | Energydrinks |
Eine Allergen-Matrix zum Ausfüllen für die eigene Karte steht in F2 Vorlagen.
Arbeitssicherheit
Gastronomie gehört zu den Branchen mit vielen Arbeitsunfällen: nasse Böden, scharfe Messer, heißes Fett, schwere Kisten, Zeitdruck. Die meisten Unfälle lassen sich mit einfachen Regeln vermeiden.
ATArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG)
- Arbeitsplatzevaluierung: Gefahren ermitteln, Maßnahmen festlegen, dokumentieren.
- Unterweisung bei Eintritt, bei Änderungen und regelmäßig.
- Ersthelfer: mindestens eine Person, ab 5 Beschäftigten mit 16 Stunden Ausbildung, Auffrischung 8 Stunden innerhalb von 4 Jahren.
- Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit binnen 5 Tagen an die AUVA melden.
DEArbeitsschutzgesetz (ArbSchG), DGUV
- Gefährdungsbeurteilung für jeden Arbeitsplatz, dokumentiert.
- Unterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit und mindestens jährlich.
- Ersthelfer: ab 2 anwesenden Beschäftigten mindestens einer, bei mehr als 20 Anwesenden 5 bis 10 % je nach Betriebsart. Ausbildung 9 Unterrichtseinheiten, Fortbildung alle 2 Jahre (Lehrgangskosten übernimmt die BGN).
- Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit binnen 3 Tagen an die Berufsgenossenschaft (BGN) melden.
Typische Gefahren und was hilft
| Gefahr | Vorbeugung |
|---|---|
| Ausrutschen, Stolpern | Rutschhemmende, geschlossene Schuhe. Verschüttetes sofort aufwischen, Warnschild aufstellen. Wege frei von Kisten und Kabeln. Keine Eile auf Treppen. |
| Schnittverletzungen | Scharfe Messer (stumpfe rutschen ab), Messer nie in die Spüle legen. Glasbruch mit Handfeger und Schaufel, nicht mit der Hand. Angeschlagene Gläser aussortieren. |
| Verbrennungen, Verbrühungen | Heiße Teller ankündigen, Topflappen trocken halten, Kaffeemaschine und Dampflanze nicht auf Personen richten. Bei Verbrennungen 10 bis 20 Minuten mit handwarmem Wasser kühlen. |
| Heben und Tragen | Aus den Beinen heben, Last nah am Körper, nicht verdrehen. Getränkekisten mit Sackkarre, schwere Lasten zu zweit. |
| Reinigungsmittel | Sicherheitsdatenblätter beachten, Handschuhe und Schutzbrille, nie mischen (Chlor und Säure bilden giftiges Gas), nie in Getränkeflaschen umfüllen. |
| Kohlendioxid (CO₂) an Schankanlagen | CO₂ ist unsichtbar und geruchlos, sammelt sich am Boden. Flaschen gegen Umfallen sichern, Kellerräume lüften, bei Gaswarnanlage Alarm ernst nehmen. Bei Schwindel oder Atemnot sofort raus, nicht allein Hilfe leisten. |
| Gewalt und Belästigung | Klare Regel im Team: niemand muss Belästigung durch Gäste hinnehmen. Leitung holt sich ein, Hausrecht durchsetzen, im Zweifel Polizei rufen. |
- Fettbrand nie mit Wasser löschen. Schon ein Glas Wasser führt zur Fettexplosion. Deckel drauf, Hitze aus, Fettbrandlöscher (Brandklasse F) oder Löschdecke.
- Feuerlöscher und Notausgänge kennen, Fluchtwege nie verstellen, Brandschutztüren nicht verkeilen.
- Kerzen und Rechauds nicht unbeaufsichtigt, Brennpaste nur bei kalten Rechauds nachfüllen.
- Notrufe: 112 europaweit. In Österreich auch 122 (Feuerwehr), 133 (Polizei), 144 (Rettung). In Deutschland 110 (Polizei).
Für jugendliche Beschäftigte (DE: Jugendarbeitsschutzgesetz, AT: Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz) und Schwangere (Mutterschutzgesetz in beiden Ländern) gelten zusätzliche Regeln zu Arbeitszeit, Nachtarbeit und schweren Lasten. Vor dem Dienstplan prüfen.
Recht im Betriebsalltag
Neben Hygiene und Jugendschutz gibt es eine Handvoll Regeln, die im Service täglich eine Rolle spielen.
| Thema | ATÖsterreich | DEDeutschland |
|---|---|---|
| Gewerbe | Gastgewerbe ist ein reglementiertes Gewerbe: Befähigungsnachweis oder gewerberechtliche Geschäftsführung nötig | Je nach Bundesland Erlaubnis- oder Anzeigepflicht, Erlaubnis meist bei Alkoholausschank. In vielen Ländern Unterrichtungsnachweis der IHK über Lebensmittelrecht |
| Preisauszeichnung | Preisverzeichnisse vor der Bestellung vorlegen. Betriebe mit warmen Speisen hängen die Preise neben oder nahe der Eingangstür aus (§ 6 PrAG) | Preisverzeichnis auf dem Tisch oder vor der Bestellung, Verzeichnis der wesentlichen Speisen und Getränke am Eingang. Preise inklusive Bedienungsgeld und Zuschläge (§ 13 PAngV) |
| Kasse und Beleg | Registrierkassenpflicht ab 15.000 € Jahresumsatz und 7.500 € Barumsatz. Belegerteilungspflicht für jede Zahlung, ab 1. Oktober 2026 auch als elektronischer Beleg zum Scannen oder Abfotografieren möglich | Elektronische Kassen mit zertifizierter technischer Sicherheitseinrichtung (TSE). Belegausgabepflicht für jeden Vorgang, auf Papier oder elektronisch |
| Rauchen | Rauchverbot in allen Innenräumen der Gastronomie, auch E-Zigarette und Shisha. Gastgärten im Freien sind ausgenommen | Nichtraucherschutz nach Landesrecht. Meist Rauchverbot mit Ausnahmen wie Raucherräumen. Bayern, NRW und Saarland besonders streng |
| Musik | Öffentliche Musiknutzung (auch Radio, Streaming, Live-Band) bei der AKM anmelden | Öffentliche Musiknutzung bei der GEMA anmelden |
| Sperrzeit, Lärm | Sperrstunden legen Land und Gemeinde fest, dazu Regeln für Gastgärten | Sperrzeiten nach Landesrecht und kommunaler Satzung, Lärmschutz nach Immissionsschutzrecht |
| Jugendschutz | Landesrecht, harmonisierte Altersgrenzen | Jugendschutzgesetz (Bund) |
Hausrecht
- Betreiberinnen und Betreiber dürfen Gäste des Hauses verweisen, etwa bei Belästigung, Aggression oder Trunkenheit. Gäste wegen Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Behinderung abzuweisen, ist verboten (DE: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, AT: Gleichbehandlungsgesetz und EGVG).
- Konsumierte Speisen und Getränke müssen bezahlt werden, auch wenn ein Gast verwiesen wird.
- Ruhig, klar und mit Zeugen handeln, keine körperliche Gewalt, im Zweifel Polizei.
Trinkgeld
Trinkgeld ist freiwillig. In Österreich und Deutschland sind etwa 5 bis 10 % üblich, meist aufgerundet beim Bezahlen („Stimmt so“ oder Nennung des Gesamtbetrags). Trinkgeld, das Gäste direkt dem Personal geben, ist für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland steuerfrei. In Österreich sind direkt gegebene Trinkgelder lohnsteuerfrei, für die Sozialversicherung gilt seit 2026 eine bundesweit einheitliche Trinkgeldpauschale. Die Verteilung im Team (Tronc) sollte transparent und schriftlich geregelt sein.
Quiz: Hygiene & Recht
6 Fragen zu Teil E, direkt auswerten.
Werkzeugkasten
Checklisten
Zum Abhaken am Bildschirm oder zum Ausdrucken. Jede Liste lässt sich einzeln drucken. Die Häkchen werden nicht gespeichert und verschwinden beim Neuladen.
Service öffnen
60 bis 30 Minuten vor Öffnung- Gastraum
- Station & Office
- Getränke
- Team
Service schließen
Nach dem letzten Gast- Gastraum
- Station & Bar
- Abrechnung & Sicherheit
Bar öffnen
Vor BarbetriebVeranstaltung
Vorlauf und Tag X- 2 bis 4 Wochen vorher
- 1 Woche vorher
- 72 bis 48 Stunden vorher
- Am Tag
- Danach
Hygiene-Tagescheck
Täglich, vor und nach dem ServiceEinarbeitung neuer Servicekräfte
Erste Woche- Vor dem ersten Dienst
- Tag 1
- Tag 2 bis 3
- Ende der Woche
Vorlagen
Leere Formulare zum Ausdrucken und Ausfüllen. Jede Vorlage lässt sich einzeln drucken, im PDF stehen sie jeweils auf einer eigenen Seite.
Veranstaltungsablauf (Function Sheet)
Für Küche, Service, Technik| Zeit | Ablauf | Wer / Hinweis |
|---|---|---|
Temperaturprotokoll Kühlgeräte
Monat: ____________ · Sollwerte eintragen| Tag | Gerät 1 Soll ≤ ___ °C | Gerät 2 Soll ≤ ___ °C | Gerät 3 Soll ≤ ___ °C | TK Soll ≤ −18 °C | Kürzel | Abweichung / Maßnahme |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||||
| 2 | ||||||
| 3 | ||||||
| 4 | ||||||
| 5 | ||||||
| 6 | ||||||
| 7 | ||||||
| 8 | ||||||
| 9 | ||||||
| 10 | ||||||
| 11 | ||||||
| 12 | ||||||
| 13 | ||||||
| 14 | ||||||
| 15 | ||||||
| 16 |
Zweite Monatshälfte auf einem zweiten Blatt. Bei Abweichung: Ware prüfen, Gerät kontrollieren, Maßnahme eintragen, Leitung informieren.
Allergen-Matrix
Stand: ____________ · geprüft von: ____________| Gericht / Getränk | A Gluten | B Krebstiere | C Ei | D Fisch | E Erdnuss | F Soja | G Milch | H Schalenfrüchte | L Sellerie | M Senf | N Sesam | O Sulfite | P Lupinen | R Weichtiere |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Mit X markieren, wenn das Allergen als Zutat enthalten ist, auch in Saucen, Garnituren und Beilagen. Bei jeder Rezepturänderung und jedem Lieferantenwechsel aktualisieren.
Beschwerdeprotokoll
Intern, für Auswertung und NachfassenSchulungsnachweis
Aufbewahren mindestens 3 Jahre| Nr. | Name | Funktion | Unterschrift |
|---|---|---|---|
| 1 | |||
| 2 | |||
| 3 | |||
| 4 | |||
| 5 | |||
| 6 | |||
| 7 | |||
| 8 | |||
| 9 | |||
| 10 | |||
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Glossar
Begriffe aus Service, Bar und Veranstaltung, mit österreichischen Eigenheiten. AT markiert Wörter, die vor allem in Österreich gebräuchlich sind.
- À la carte
- Gäste wählen einzelne Gerichte von der Karte, im Gegensatz zum festen Menü.
- Abrufen
- Der Service gibt der Küche das Signal, den nächsten Gang für einen Tisch zuzubereiten.
- Abservieren, ausheben
- Benutztes Geschirr vom Tisch abräumen. AT „ausheben“ ist in Österreich gebräuchlich.
- Amuse-Bouche
- Kleiner Gruß aus der Küche vor dem Menü, nicht bestellt und nicht berechnet.
- Aperitif
- Getränk vor dem Essen, das den Appetit anregt, etwa Sekt, Wermut oder ein trockener Weißwein.
- Bankett
- Veranstaltung mit festem Menü für eine größere Gruppe, serviert nach Ablaufplan.
- Bon, bonieren
- Bestellung schriftlich oder im Kassensystem an Küche oder Bar weitergeben.
- Build
- Bartechnik: Drink direkt im Gästeglas auf Eis aufbauen.
- Chambrieren
- Rotwein langsam auf Trinktemperatur bringen.
- Check-back
- Kurzes Nachfragen nach den ersten Bissen, ob alles passt.
- Couvert
- Das Gedeck am Platz des Gastes. Auch: Gedeckpreis für Brot und Butter, wenn er ausgewiesen ist.
- Dekantieren
- Wein vom Depot trennen und in eine Karaffe umfüllen.
- Depot
- Natürliche Ablagerung in gereiften Weinen, vor allem bei Rotwein und Portwein.
- Digestif
- Getränk nach dem Essen, etwa ein Edelbrand oder Likör.
- Eindecken
- Den Tisch nach Menüfolge vorbereiten. Benutzt wird von außen nach innen.
- Fine Strainer
- Feines Barsieb zum doppelten Abseihen.
- FIFO
- First in, first out: Was zuerst geliefert wurde, wird zuerst verbraucht.
- Flight
- Eine Reihe von Weinen oder Spirituosen, die nebeneinander serviert und verglichen werden.
- Flying Dinner
- Vollwertiges Essen in kleinen Portionen, die im Stehen gereicht werden.
- Function Sheet
- Schriftlicher Veranstaltungsablauf für alle Abteilungen.
- Gastgarten AT
- Außenbereich eines Lokals, in Deutschland Biergarten oder Terrasse.
- Gedeckbreite
- Platz pro Gast am Tisch, meist 60 bis 80 cm.
- Gespritzter AT
- Wein mit Soda- oder Mineralwasser, in Deutschland Weinschorle.
- Guéridon
- Beistelltisch für Arbeiten direkt am Tisch: Tranchieren, Filetieren, Flambieren.
- HACCP
- System zur Gefahrenanalyse und Kontrolle kritischer Punkte in der Lebensmittelsicherheit.
- Jigger
- Messbecher an der Bar, meist mit zwei Seiten (z. B. 2/4 cl).
- Kellnermesser
- Taschenwerkzeug mit Messer, Spindel und Hebel zum Öffnen von Weinflaschen.
- Korkschmecker
- Muffiger Weinfehler durch TCA, meist aus einem belasteten Korken.
- Kreuzkontakt
- Unbeabsichtigte Übertragung von Allergenen oder Keimen über Hände, Geräte oder Oberflächen.
- Mise en place
- Alles an seinem Platz: die komplette Vorbereitung vor dem Service.
- Moltons
- Weiche Unterlage unter dem Tischtuch, dämpft Geräusche.
- Muddeln
- Früchte, Kräuter oder Zucker im Glas andrücken.
- Obers AT
- Sahne. Schlagobers ist geschlagene Sahne.
- Office
- Arbeitsbereich zwischen Küche und Gastraum für Geschirr, Gläser und Besteck.
- Pass
- Ausgabe der Küche, an der fertige Teller an den Service übergeben werden.
- Passed Service
- Herumreichen von Fingerfood und Getränken auf Tabletts.
- Plattenservice
- Speisen werden auf Platten präsentiert und am Tisch vorgelegt.
- Richtglas
- Glas für das Getränk zum Hauptgang, steht über der Spitze des Hauptgangmessers.
- Rückstellprobe
- Eingefrorene Portion jeder Speise, um bei Erkrankungen die Ursache klären zu können.
- Seidl, Krügerl, Pfiff AT
- Biermaße: 0,3 l, 0,5 l und 0,2 l.
- Sommelier
- Fachkraft für Wein und Getränke: Einkauf, Karte, Beratung, Service.
- Speed Rail
- Flaschenschiene an der Barstation für die meistgenutzten Spirituosen.
- Station
- Gruppe von Tischen, für die eine Servicekraft verantwortlich ist.
- Tellerservice
- Speisen kommen fertig angerichtet auf dem Teller aus der Küche.
- Tranchieren
- Fleisch oder Geflügel fachgerecht zerteilen, teils am Tisch des Gastes.
- Tronc
- Gemeinsame Trinkgeldkasse, die nach festgelegtem Schlüssel verteilt wird.
- Verlängerter AT
- Mokka, der mit heißem Wasser verlängert wird.
- Vorlegen
- Speisen von der Platte mit Vorlegebesteck auf den Teller des Gastes geben, von links.
- Zwischengang
- Kleiner Gang zwischen zwei Hauptgängen, zum Beispiel ein Sorbet.